Individuelle Förderung und Psychomotorik (FoR)

Im "offenen Freizeitbereich" werden Kindern und Jugendlichen Angebote offeriert, die eine Möglichkeit darstellen, sich selbst zu verwirklichen. Diese Angebote knüpfen an den Interessen junger Menschen an und werden von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet.
Es gibt Menschen, denen es schwerer fällt, sich in eine Gruppe mit Gleichaltrigen zu integrieren. In der Lernwerkstatt Zwickau wurde ein Klima geschaffen, welches es diesen Kindern und Jugendlichen ermöglicht, an Gruppenaktivitäten teilzunehmen.
Auch die „besonders schwierigen Fälle“, bei denen beispielsweise wiederkehrende Verhaltensexzesse nicht gänzlich ausgeschlossen werden können, erhalten durch eine 1:1 Betreuung (z.B. über niederschwellige Betreuungsleistung nach § 45b Abs. 3 SGBXI) die Möglichkeit, gemeinsam mit Gleichaltrigen tolle Unternehmungen, wie Klettern oder Wanderausflüge, zu erleben.

Dem voraus und begleitend im Prozess wird zumeist eine individuelle Förderung etabliert, die auf die Verminderung der Symptomatik (Selbstinstruktionstraining) bzw. der Anleitung des Kindes oder Jugendlichen zur Modifikation des Problemverhaltens (Selbstmanagement) mit Fokus auf erlebte bzw. zu erwartende Situationen im Rahmen der offenen Freizeit zielt.

Einher geht diese mit psychomotorischen Übungen. Dabei werden Körper und Geist als Einheit betrachtet, der sich in einer Umwelt entfaltet. Diese Verknüpfung aus Körper, Geist und Umwelt wird auch Bio-Psycho-Soziales Modell genannt.
Die psychomotorische Förderung zielt auf die Ausführung von Bewegungen ab, die geistige und emotionale Aspekte verknüpfen. Wir gehen davon aus, dass Kognitionen (Gedanken), Emotionen (Gefühle) und die Leistungsmotivation von den Bewegungshandlungen beeinflusst werden. Über vielfältige erlebnisorientierte Bewegungshandlungen sollen die Kinder und Jugendlichen erfahren, dass sie Ursache bestimmter Effekte sind. Im Umgang mit Dingen, Spielsituationen und Bewegungsaufgaben rufen sie eine Wirkung hervor und führen diese auf sich selbst zurück. So kann das negative Selbstkonzept nach und nach durch das Gefühl der Selbstwirksamkeit und der Kontrollüberzeugung überlagert und schließlich ersetzt werden.
Durch gemeinsame Bewegungshandlungen kann die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Kind intensiviert werden.
Sie erhalten die Chance, Ihr Kind aus einer neuen Perspektive kennen zu lernen, es im Spiel mit anderen zu erleben und ihm Vertrauen bei der Erweiterung seines Handlungsspielraumes zu geben.

17.04.2014
Lernwerkstatt Zwickau e.V., Wostokweg 33, 08066 Zwickau
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