AD(H)S

Das gemeinsame Vorhandensein von Lernstörungen oder Teilleistungsstörungen (Dyskalkulie, LRS) und einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (AD(H)S) wird mit einer Häufigkeit von 30 % angegeben (Döpfner et al. 2007).


Problem 1: AD(H)S-Diagnose „aufgrund“ der Lern-/Teilleistungsstörung

Eine besondere Gefahr besteht darin, dass eine AD(H)S diagnostiziert wird, obwohl die Konzentrationsstörung und die motorische Unruhe „nur“ Folge einer Lern- oder Teilleistungsstörung sind und tatsächlich keine zusätzliche einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung vorliegt. Dies hat vor allem dann gravierende Folgen, wenn z. B. im Rahmen einer multimodalen Behandlung auch an eine medikamentöse Therapie gedacht wird.


Problem 2: Keine AD(H)S-Diagnose „aufgrund“ der Lern-/Teilleistungsstörung

Auf der anderen Seite besteht eine deutliche Gefahr des Nichterkennens einer einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung, vor allem, wenn diese nicht mit einer motorischen Unruhe einhergeht. In diesen Fällen kann es sein, dass die Konzentrationsstörung als Folge der Lern- oder Teilleistungsstörungen angesehen wird, obwohl unabhängig von der Lern- oder Teilleistungsstörung ein weiterer Handlungsbedarf in Bezug auf die einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung vorhanden wäre.

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